Marienaltar

Das so genannte Vesperbild zeigt eine Darstellung der schmerzhaften Muttergottes, auch Pietà, genannt.
Das so genannte Vesperbild zeigt eine Darstellung der schmerzhaften Muttergottes, auch Pietà, genannt.

Aufbau von Kreuzaltar und Marienaltar entstanden Anfang des 18. Jahrhunderts, ebenfalls von Giovanni Battista Brenno.

Am Marienaltar befinden sich zwei Mariendarstellungen:

Maria Trost wurde 1700 an der heutigen Stelle eingefügt. 1617 erwarb sie der Notar und Registrator der fürstbischöflichen Hofkammer aus Widdern und übergab sie 1625 den Jesuiten. Die 0,61 m große Alabasterfigur, Ende des 15. Jahrhunderts gefertigt, genoss hohe Verehrung. Maria und Kind tragen vergoldete Metallkronen, das Kind hält einen Zipfel vom Gewand Mariens. Diese hält das nackte Kind mit beiden Händen.

Ein Bild mit der Geschichte des Gnadenbilds Maria Trost aus dem frühen 18. Jahrhundert befindet sich an der Wand, links der Kanzel.

Das sog. Vesperbild, wohl Mitte des 14. Jahrhunderts im Kölner Raum gefertigt, wurde aus Alt-St. Martin überführt, hier 1552 erstmals erwähnt. Die hölzerne, hinten ausgehöhlte Figur ist ohne Sockel ca. 1,72 m hoch und farbig gefasst. Der Leichnam Jesu ist abnehmbar. Die linke Hand Mariens lässt sich drehen. Beide Figuren werden bei festlichen Prozessionen „geputzt“, d.h. bekleidet. Sie haben am Kopf Eisendübel bzw. ein Dübelloch, um Kronen zu befestigen. Die Borten an Hals und Ärmel sind aus vergoldetem Zinn.

Der Gesichtsausdruck der Marienfigur ist verklärt lächelnd. Maria lächelt, weil sie um die Erlösung und Auferstehung ihres Sohnes weiß. Für uns heute sehr schwer zu verstehen.

Zusammen mit der Madonna aus der Oberen Pfarre (ca. 1330/40) wurden beide Figuren schnell zu hochverehrten Gnadenbildern. Sie bilden die Pole der spätmittelalterlichen Andacht zwischen einer freudigen und alle Schmerzen auskostenden Passionsfrömmigkeit. Menschwerdung und Passion werden in einem Bild dargestellt.

Walburga Hepple